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Arzneimitteltherapie

Die Chinesische Arzneimitteltherapie ist das umfangreichste und am häufigsten praktizierte Behandlungsverfahren innerhalb des Systems der Chinesischen Medizin. Von den Fünf Säulen der Chinesischen Medizin – Arzneimitteltherapie, Akupunktur, Tuina, Qi Gong und Diätetik – ist die Arzneimitteltherapie die wichtigste Therapieform. In China selbst werden etwa 80 % der Patientinnen und Patienten im Bereich der Chinesischen Medizin mit Heilsubstanzen behandelt, während die anderen Behandlungsverfahren etwa 20 % der Behandlung ausmachen.

Dies verweist auf den Stellenwert der Arzneimitteltherapie. Für jede Therapeutin und jeden Therapeuten der Chinesischen Medizin ist das Studium der Chinesischen Arzneimitteltherapie eine Bereicherung und Vertiefung des theoretischen und praktischen Wissens und wird das Behandlungsspektrum erheblich erweitern.
Diese Bedeutung der Chinesischen Arzneimitteltherapie spiegelt sich in den letzten Jahren auch verstärkt im Westen wieder und ihr Stellenwert im Rahmen der Chinesischen Medizin nimmt auch bei uns beständig zu. Eine qualifizierte Behandlung mit Chinesischen Arzneimitteln setzt eine qualifizierte und verantwortungsvolle Ausbildung voraus. Wir bieten seit 1995 in Berlin eine zweijährige Ausbildung im Bereich der Chinesischen Arzneimitteltherapie an, die von Dozentinnen und Dozenten mit langjähriger Behandlungs- und Lehrerfahrung geleitet wird.
Neben der Theorie von ca. 300 Stunden ist die Praxis ein Schwerpunkt unserer Ausbildung. Die Studierenden werden während zusätzlicher 140 Stunden Ambulatoriumszeit auf ein eigenständiges und verantwortliches Praktizieren vorbereitet.

Voraussetzungen

Das Studium der Chinesischen Arzneimitteltherapie setzt ein Wissen der grundlegenden Theorien der Chinesischen Medizin voraus, sowie die Bereitschaft, sich tiefergehend mit diesen Theorien zu beschäftigen.

Inhaltlich werden als bekannt vorausgesetzt:

  • Kenntnisse der Basistheorien der Chinesischen Medizin – Yin, Yang, Qi, Blut, Körperflüssigkeiten, Wandlungsphasen und Leitbahnsystem(e)

  • Kenntnisse der Organsysteme und ihrer Beziehung zueinander

  • Kenntnisse in Bezug auf die Diagnoseverfahren zu den Organsystemen

  • Kenntnisse der allgemeinen Diagnosemethoden (besonders Puls- und Zungendiagnose)

Wir ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, die nicht über ausreichende Grundkenntnisse in Diagnostik verfügen, diese Kenntnisse an unserem Ausbildungszentrum im Vorfeld der Ausbildung zu erwerben. Die Kenntnisse vermitteln wir im 1. Jahr unserer Akupunkturausbildung und in unseren Diagnostik-Kursen.

Unser Ansatz


Unser Lehransatz ist klassisch und orientiert sich an den hohen Standards der chinesischen
und amerikanischen Ausbildungsstätten. Klassisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass
wir gemäß der Chinesischen Tradition die Materia Medica und die Rezepturenlehre aufeinander
aufbauend unterrichten.
Wir sind entsprechend unseren eigenen Erfahrungen in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Chinesischen Arzneimitteln der Überzeugung, dass sich nur über eine fundierte Kenntnis der einzelnen Heilsubstanzen und der Einzelkräuterkombinationen, sowie ihrer Gruppenzugehörigkeit das Wesen und die Wirkung einer Rezeptur erschließen lässt. Nur so wird es möglich, eine Rezeptur den Patientinnen und Patienten anzupassen und entsprechend des individuellen Zustandes gegebenenfalls zu verändern.
Ebenso wichtig ist uns das Einbetten und Umsetzen dieses Wissens in die Praxis. Wir bieten seit 1995 dazu ein Ambulatorium von 140 Stunden an, das begleitend zur Rezepturenlehre eine fortlaufende Behandlung von Patientinnen und Patienten ermöglicht.
Unter Anleitung unseres Dozenten Lutz Gädke können unsere Studierenden ihr theoretisch erworbenes Wissen Schritt für Schritt in die Praxis umsetzen und werden mit Abschluss des Studiums eine hohe Sicherheit im Umgang und der Anwendung der Chinesischen Arzneimitteltherapie erlangt haben.


Studienaufbau

Erstes Jahr Materia Medica - 9 Wochenenden

  • Darstellung von etwa 250 Heilsubstanzen und Kombinationen mit Rezepturbeispielen

  • 7 Kurztests

  • Abschlussprüfung (90 Minuten)


Zweites Jahr Rezepturenlehre - 12 Wochenenden

  • Darstellung von 200 Rezepturen und ihrer Verwendung

  • 11 Kurztests

  • Abschlussprüfung (120 Minuten)

1 Tag Exkursion in den Botanischen Garten

Lehrpraxis - ab dem 2. Jahr der Rezepturenlehre

  • 140 Stunden begleitend zur Rezepturenlehre



Studienaufbau (Kommentiert)

Materia Medica –
9 Wochenenden

In der Materia Medica werden etwa 250 Einzelsubstanzen und Kombinationen von Einzelsubstanzen der Chinesischen Arzneimitteltherapie detailliert erläutert, ihre Gruppenzugehörigkeit besprochen und eine Leitrezeptur vorgestellt, in der die Einzelsubstanz, ihre Begleiter und die Gruppenzugehörigkeit eine prägende Rolle spielen. Dies stellt den klassischen Ansatz der Vermittlung der Chinesischen Arzneimitteltherapie dar und ist das Grundgerüst für das Verständnis komplexer klassischer, moderner und individuell modifizierter Rezepturen, wie sie in der Rezepturenlehre unterrichtet und im Ambulatorium
praktisch umgesetzt werden. Die Studierenden werden so in die Lage versetzt,
schrittweise eine komplexe Rezeptur in ihrem Aufbau aus Einzelsubstanzen zu verstehen und ihre gewünschte Wirkrichtung ebenso wie ihre Kontraindikationen einschätzen und gegebenenfalls
verändern zu können. Dies ist die Grundvoraussetzung für das Verständnis einer Rezeptur. Zum Unterrichtsinhalt gehört gleichfalls die Darstellung und Vermittlung der Form von Herstellung, Präparierung und Verabreichung Chinesischer Heilsubstanzen (Dekokt,
Infus, Pulver, Pille etc.), sowie ihre Dosierung und die Sicherheitshinweise in Bezug auf mögliche Überdosierungen, Kontraindikationen und die derzeit gültigen rechtlichen Bestimmungen
für den deutschsprachigen Raum. Alle im Unterricht besprochenen und in Deutschland erhältlichen Heilsubstanzen stehen als Rohdroge zur Verfügung und sind damit für die Studierenden auch sinnlich erfahrbar.
Alle Wochenenden (mit Ausnahme des ersten und des letzten) beginnen mit einem Test über die Inhalte des vorangegangenen Wochenendes. Diese Tests dienen der Selbstüberprüfung und fließen zur Bewertung in die Abschlussprüfung ein. Die Zwischenprüfung (90 Minuten) findet am letzen Wochenende der Materia Medica statt. Als bestanden gilt die Prüfung, wenn mindestens 60 % der geforderten Punktzahl erreicht werden.


Materia Medica

  • 1 MM - 11./12. Februar 2017
    Einführung in das Shang Han Lun, Oberfläche befreiende Substanzen
  • 2 MM - 4./5. März 2017
    Einführung in Wen Bing, Hitze klärende Substanzen
  • 3 MM - 1./2. April 2017
    Schleim behandelnde und transformierende, Husten und Keuchen stoppende Substanzen
  • 4 MM – 13./14. Mai 2017
    Qi regulierende, Parasiten, Nahrungsmittelstau beseitigende, Innere wärmende Substanzen
  • 5 MM – 1./2. Juli 2017
    Feuchtigkeit behandelnde, Hitze Schleim transformierende, Wind Feuchtigkeit/Schleim ausleitende Substanzen
  • 6 MM – 16./17. September 2017
    Astringierende, Yang tonisierende Substanzen
  • 7 MM – 14./15. Oktober 2017
    Shen beruhigende, Wind ausleitende Substanzen
  • 8 MM – 25./26. Novemer 2017
    Purgierende, Blut bewegende, Blutungen stoppende Substanzen, Konzept von Yu/Blutstase
  • 9 MM – 9./10. Dezember 2017
    Zwischenprüfung Materia Medica
    Qi, Blut und Yin tonisierende Substanzen


Rezepturenlehre -
12 Wochenenden

Aufbauend auf die Materia Medica werden in der Rezepturenlehre etwa 200 berühmte klassische
Rezepturen, wichtige Kombinationn von Einzelsubstanzen mit Anwendungsbeispielen und
klinischen Fällen unterrichtet.
Wichtig ist uns jedoch auch, dass der klassische Ansatz nicht an der westlichen Realität
vorbeiführt. Wir behandeln westliche Patientinnen und Patienten in einem westlichen Umfeld. Der Studierende muss also in der Lage sein, Jahrtausende alte Traditionelle Chinesische Rezepturen einem neuen Kontext anpassen zu können, sofern dies notwendig ist. Diese in der Materia Medica vermittelten Grundlagen werden in der Rezepturenlehre vertieft und durch das begleitende Ambulatorium gefestigt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei, dass der Studierende lernt, eine vorgegebene Rezeptur entsprechend dem Kranheitsbild des Patienten zu modifizieren, d.h. sie dem Behandlungsverlauf, einer Verschlimmerung oder Verbesserung der Erkrankung anzupassen oder gegebenenfalls durch eine andere Rezeptur zu ersetzen.
Alle Wochenenden (mit Ausnahme des ersten und des letzten) beginnen mit einem Test über die Inhalte des vorangegangenen Wochenendes. Diese Tests dienen der Selbstüberprüfung und fließen zur Bewertung in die Abschlussprüfung ein.
Die Abschlussprüfung (120 Min.) findet am letzten Wochenende statt. Als bestanden gilt die Prüfung, wenn mindestens 60 % der geforderten Punktzahl erreicht wird.

Rezepturenlehre

  • 1 Rp - 6./7. Januar 2018
    Einführung in die Rezepturenlehre, Oberfläche befreiende Rezepturen
  • 2 Rp - 10/11. Februar 2018
    Hitze klärende Rezepturen
  • 3 Rp - 17./18. März 2018
    Hitze klärende und purgierende Rezepturen
  • 4 Rp - 14./15. April 2018
    Harmonisierende und Trockenheit behandelnde Rezepturen
  • 5 Rp - 26./27. Mai 2018
    Innere Kälte und Yang tonisierende Rezepturen
  • 6 Rp - 16./17. Juni 2018
    Qi regulierende Rezepturen
  • 7 Rp - 25./26. August 2018
    Shen beruhigende, Sinne öffnende, Nahrungsstau beseitigende Rezepturen und Rezepturen gegen Parasiten
  • 8 Rp - 15./16. September 2018
    Qi, Blut und Yin tonisierende Rezepturen
  • 9 Rp - 27./28. Oktober 2018
    Blut bewegende und Blutung stoppende Rezepturen
  • 10 Rp - 17./18. November 2018
    Feuchtigkeit behandelnde Rezepturen
  • 11 Rp – 8./9. Dezember 2018
    Inneren Wind beruhigende Rezepturen
  • 12 Rp – 12./13. Januar 2019
    Schleim behandelnde Rezepturen
  • 19. Januar 2019
    Abschlussprüfung Rezepturenlehre


Lehrpraxis – 140 Stunden

Die Lehrpraxis beinhaltet, begleitend zur Rezepturenlehre, etwa 140 Stunden fortlaufende Patientenbehandlung unter Supervision.
Die Studierenden lernen, das theoretische Wissen: Anamnese, Diagnostik und Therapie in
der Praxis umzusetzen. Ebenso wird die Fähigkeit geschult die Rezeptur dem Krankheitsverlauf individuell anzupassen.
Eine Abschlussprüfung für die Lehrpraxis gibt es nicht. Das erworbene wird in der Abschlussprüfung mit berücksichtigt.


Abschlussprüfung und Diplom


Der Abschluss gilt als bestanden und das Diplom wird
erteilt, wenn von den folgenden vier Kriterien drei erfüllt
sind:

  • wenn bei der Prüfung zur Materia Medica von der erreichbaren Punktezahl 60 % erzielt werden

  • wenn bei der Prüfung zur Rezepturenlehre von der erreichbaren Punktezahl 60 % erzielt werden

  • wenn bei 18 geschriebenen Kurztests 10 bestanden werden

  • wenn die/der Studierende von 21 Wochenenden zu 80 % anwesend war, also mindestens 17 Wochenenden

Abschluss

Nach bestandener Abschlussprüfung erhält die/der Studierende das Diplom für Chinesische Arzneimitteltherapie (Pharmakologie) der Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle
Chinesische Medizin und Klassische Akupunktur (AGTCM). Dazu muss der Heilpraktiker-Schein oder die Approbation vorliegen und 350 Stunden TCM-Grundlagen-Ausbildung nachgewiesen werden.

Weitere Informationen zur Organisation und Kosten finden Sie hier