English
LOGO Shou Zhong: Ausbildungszentrum für chinesische Medizin Berlin
Grafik Ecke
zurück

Akupunkturausbildung

Die Chinesische Medizin als ganzheitliche Therapie versucht den Patienten in seiner Gesamtheit zu erfassen, um eine individuelle Diagnose stellen zu können. Damit kann die bestmögliche, genau auf den Patienten abgestimmte Therapieform gewählt werden.

Die Behandlung in der Chinesischen Medizin wird vor allem mit fünf Methoden durchgeführt:

Akupunktur - Chinesische Arzneimitteltherapie - Tui Na - Qi Gong - Diätetik

Ein Schwerpunkt unserer Schule ist das dreijährige Akupunkturstudium, welches ein umfangreiches Wissen und praktische Erfahrung vermitttelt um als Therapeutin oder Therapeut sicher vielfältige Krankheitsbilder mit Akupunktur behandeln zu können.

Das erste Ausbildungsjahr vermittelt die Grundlagen für das weiterführende Studium der Chinesischen Medizin.

Die Ausbildung beginnt im Februar mit dem chinesischen Neujahrsfest. Der Jahreszyklus gliedert den Ablauf des Unterrichts nach den fünf Wandlungsphasen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, die wiederum den chinesischen Jahreszeiten entsprechen. Je vier Wochenenden behandeln eine der fünf Wandlungsphasen in ihren psychologischen und physiologischen Aspekten.

Das erste Ausbildungsjahr vermittelt einen umfassenden Überblick über die philosophischen Hintergründe sowie die historischen und philologischen Quellen der Chinesischen Medizin. Ziel ist es, das Denkmodell der Chinesischen Medizin kennen zu lernen, dessen Grundlage die Balance zwischen Yin und Yang ist. Krankheiten werden als Disharmonie dieses Gleichgewichtes verstanden und können sich auf den drei Ebenen Körper, Geist und Seele manifestieren. Für das Verständnis der Chinesischen Medizin ist somit ein Umdenkungsprozess notwendig.

Ein wesentlicher Grundzug der Ausbildung ist die Einbeziehung persönlicher Erfahrungen, um das Erlernte tiefer im Bewusstsein zu verankern. In der Chinesischen Medizin besteht keine Trennung zwischen Denken, Fühlen und physischem Erleben, sondern es wird ein Weg der Integration beschrieben. Daher ist es in unserer Ausbildung wichtig, die energetischen Prozesse in praktischer Erfahrung mit dem Qi zu erlernen. Der Unterricht setzt sich zusammen aus folgenden Elementen zusammen:

Qigong:

Qi ist der chinesische Begriff der Lebensenergie. Das Qi zirkuliert durch den Körper innerhalb der miteinander verbundenen Leitbahnen. Für eine gute Gesundheit ist es nicht nur wichtig, ausreichend Qi zu haben, es muss auch ungehindert fließen können. Durch die Synthese von Bewegung, Atem und Vorstellung lehrt uns Qigong, diesen Fluss aufrecht zu halten.

Wandlungsphasen:

Das System der 5 Wandlungsphasen stellt zusammen mit der Yin-Yang-Polarität einen der Grundpfeiler der traditionellen chinesischen Medizin und somit auch der Akupunktur dar. Es beschreibt den Verlauf der Jahreszeiten und der zyklischen Wandlungsvorgänge in der Natur.

Leben ist Veränderung, Umwandlung.

Die im Makrokosmos wirkenden dynamischen Kräfte finden sich im Mikrokosmos Mensch wieder und beeinflussen durch ihre Bewegung unsere individuelle Entwicklung. In diesem Modell werden sehr komplexe Gesetzmäßigkeiten der Energietransformation im Menschen wie in der Natur auf scheinbar einfache Art und Weise beschrieben. Es geht um das Erkennen der energetischen Wechselwirkungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos.

Meridiansystem:

Einführung in das Meridiansystem. Der Körper ist innerlich wie äußerlich von einem Leitbahngeflecht durchzogen, in welchem die Lebensenergien fließen. Auf ihnen befinden sich die Akupunkturpunkte. Vorgestellt werden die Hauptleitbahnen und ihre Verknüpfungen. Zu der sinnlichen Erfahrung des Qi und der Leitbahnverläufe werden praktische Übungen gemacht.

Physiologie und Pathologie:

Beschreibt die Aufgaben und das Zusammenspiel der einzelnen Organe aus Sicht der Chinesischen Medizin sowie ihre Funktion bei der Bildung der unterschiedlichen Energieformen. Der Unterricht vermittelt das Verständnis aller Substanzen und ihrer Rolle in der täglichen Energietransformation und möglicher Entgleisungen als Ursache für Erkrankungen. Weiterhin werden die Krankheitsmuster der einzelnen Organe aus der Sicht der Chinesischen Medizin dargestellt. Sie betreffen nicht nur die körperliche Symptomatik mit den funktionellen und organischen Veränderungen, sondern schließen auch die seelischen Aspekte mit ein.

Auch die Pulsdiagnose wird bereits im 1. Jahr mit einfachen Mustern praktisch geübt.

Im zweiten Ausbildungsjahr ist ein Schwerpunkt die diagnostischen Methoden der Chinesischen Medizin mit Puls- und Zungendiagnose, anamnestischer Befunderhebung zu erlernen. Weitere Themen sind das Studium der Leitbahnen und der Akupunkturpunkte.

Diagnostik: Im Vordergrund steht die differenzierte Technik der Pulstastung und die Betrachtung der Zunge, mit deren Hilfe sich bestehende Disharmonien im Körper erkennen lassen. Es geht darum, die subjektive Erfahrung des Pulstastens zu objektivieren um die in der Anamnese gestellte Diagnose zu untermauern. Die Systeme der Puls- und Zungendiagnose stützen sich gegenseitig.

Weiterhin geht es um das Erfassen der Disharmonie der Organe nach den acht Leitkriterien, der Syndrom- und Substanzenlehre, nach der Energetik der Wandlungsphasen und der Leitbahntheorie.

Als eines der Diagnosesysteme unterteilen zum Beispiel die acht Leitkriterien die Zustände des Körpers nach dem Gegensatzpaar Yin und Yang in Innen - Außen, Fülle - Leere und Hitze - Kälte um so eine Differenzierung der einzelnen Erkrankungen vornehmen zu können. Durch ein Zusammenführen aller bisher erarbeiteten Methoden, können nun genaue Diagnosen erstellt werden.

Leitbahnkunde und Punktindikationen:

Hier folgt eine ausführliche Abhandlung des Leitbahnsystems mit seinen Ebenen und Verknüpfungen.

Wir betrachten die verschiedenen Aspekte, die den Akupunkturpunkten zugeordnet werden.

Es werden verschiedene Stichtechniken zur Manipulation der Energie Qi vorgestellt und praktisch geübt, ebenso die Anwendung der Moxibustion, bei der die Akupunkturpunkte durch Wärme stimuliert werden
 
Lehrpraxis:

Zusätzlich zum theoretischen Unterricht kommt ab dem 2. Ausbildungsjahr seit 1993 die praktische Arbeit in unserer Lehrpraxis hinzu.

Die Behandlungen umfassen alle Teile der Anamnese mit Puls- und Zungendiagnose, Diagnosestellung, Therapieplanung und Therapie. Hier geht es darum die verschiedenen Methoden in der Chinesischen Medizin zur Behandlung der Erkrankungen unter Supervision praktisch anzuwenden. Die Vielfalt der Möglichkeiten, die Chinesische Medizin anzuwenden, soll durch die unterschiedlichen Herangehensweisen der DozentInnen deutlich gemacht werden. Das hilft den StudentInnen, einen persönlichen Zugang zu ihrer Arbeit mit der Chinesischen Medizin zu entwickeln.

Der Anteil von etwa 480 Unterrichtstunden in der Lehrpraxis (2. und 3. Jahr) gewährleistet die Qualität der Ausbildung in Theorie und Praxis. Der Unterricht und die Behandlungen findet jeweil einen Vormittag oder Nachmittag in Kleingruppen wochentags als Praxisbetrieb statt.

Im dritten Ausbildungsjahr
soll umfassend gezeigt werden, wie differenziert und umfangreich die Chinesische Medizin behandeln kann.

Es werden die verschiedenen Konzepte in Physiologie und Pathologie nochmals genauer beleuchtet. Auf spezielle westliche Differenzierungen wie Gynäkologie, Dermatologie, Kopfschmerzen etc. wird gezielt eingegangen. Besondere Behandlungsstrategien (Qi Jing Ba Mai, Meridiantherapie, Arzneimitteltherapie) werden vorgestellt.

Parallel dazu findet weiterhin das Ambulatorium statt, so dass das Gelernte direkt praktisch umgesetzt und erfahren werden kann.

Am Ende des dritten Jahres findet eine Prüfung statt. Die Prüfung umfasst einen schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Zur Organisation und Anmeldung